Flüge und Hotels nach Genua
Genua belohnt neugierige Reisende: eine mittelalterliche Altstadt, die zu den größten Europas zählt, die UNESCO-Paläste der Via Garibaldi, das Aquarium am Porto Antico und eine Küche voller Pesto und Focaccia.
Genua belohnt neugierige Reisende: eine mittelalterliche Altstadt, die zu den größten Europas zählt, die UNESCO-Paläste der Via Garibaldi, das Aquarium am Porto Antico und eine Küche voller Pesto und Focaccia.
Genua muss man verstehen, bevor man es besichtigt: Die Stadt ist zwischen Meer und Bergen eingezwängt und wächst in die Vertikale, mit öffentlichen Aufzügen und Standseilbahnen, die zum städtischen Nahverkehr gehören. Ihr Herz ist die Altstadt der Caruggi, ein Labyrinth aus Gassen zwischen dem Porto Antico und der Via Garibaldi: Sie zählt zu den größten Europas und lässt sich nur zu Fuß erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten — Aquarium, Kathedrale San Lorenzo, Rolli-Paläste, Piazza De Ferrari — liegen in einem Umkreis von anderthalb Kilometern. Planen Sie mindestens zwei volle Tage ein; mit dreien kommen Boccadasse, die Spianata Castelletto und Nervi hinzu. Die Bahnhöfe Principe und Brignole rahmen das Zentrum ein, und fast alles liegt dazwischen.
Als natürlicher Hafen der Ligurer und später römischer Anlaufpunkt stieg Genua im Mittelalter zur Seerepublik auf: Seine Flotten beherrschten das Tyrrhenische Meer, gründeten Kolonien von Konstantinopel bis zum Schwarzen Meer und trugen der Stadt den Beinamen «La Superba» ein. Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts verwaltete der Banco di San Giorgio, eine der ersten Banken der Geschichte, Staatsschulden und Kolonien; um die Jahrhundertmitte wurde hier Christoph Kolumbus geboren. Im sechzehnten Jahrhundert ordnete Admiral Andrea Doria die Republik neu, und genuesische Bankiers finanzierten die spanische Krone: Es war das «Jahrhundert der Genuesen», das die Strada Nuova mit Adelspalästen säumte, den Rolli, heute UNESCO-Welterbe. Aus dem blauen genuesischen Segeltuch für Matrosen entstand das Wort Jeans. Nach Napoleon dem Königreich Sardinien angegliedert, schenkte die Stadt dem Risorgimento Giuseppe Mazzini und sah Garibaldis Zug der Tausend von Quarto aus in See stechen. Als Eckpunkt des Industriedreiecks mit Mailand und Turin, im Krieg bombardiert, erfand sie sich neu: mit dem von Renzo Piano für die Kolumbus-Feiern umgestalteten Porto Antico und als Kulturhauptstadt Europas. Der Einsturz der Morandi-Brücke war Wunde und Wiedergutmachung zugleich: Die neue Brücke San Giorgio, wieder von Piano, ist bereits ein Symbol.
Die besten Monate sind April bis Juni und September bis Oktober: 17-25 °C, ein Meer, in dem man bei Boccadasse und Nervi oft schon (oder noch) baden kann, perfektes Licht in den Gassen. Der Sommer ist heiß und feucht (28-32 °C), aber durch die Brise gemildert; im August verreisen viele Genuesen und manche Läden schließen, während sich die Riviera füllt. Der Spätherbst ist die regenreichste Zeit — Oktober und November bringen die heftigsten Störungen — und die «Maccaja», jene klebrige Schwüle, die mit dem Schirokko kommt, kann tagelang anhalten. Der Winter ist mild (8-14 °C), ideal für Museen und Sciamadde ohne Gedränge. Vorsicht bei der Bootsmesse Ende September: volle Hotels und Preise in schwindelnder Höhe. Die Rolli Days im Frühjahr und Herbst sind allein schon die Reise wert.
Aquarium von Genua — das größte Italiens, rund siebzig Becken mit Haien, Delfinen und Seekühen am Porto Antico; etwa 29 €, online mit Datum günstiger, planen Sie 2-3 Stunden ein. Musei di Strada Nuova — Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Doria-Tursi an der Via Garibaldi, das Herz der Rolli: Kombiticket etwa 9 €, mit Van Dyck, Caravaggio und Paganinis Geige. Palazzo Reale — barocke Residenz mit Spiegelgalerie, etwa 10 €. Kathedrale San Lorenzo — schwarz-weiß gestreifte Fassade, Eintritt frei; im Inneren die Kopie der Schiffsgranate, die nie explodierte. Palazzo Ducale — Haus der großen Ausstellungen, Innenhöfe frei zugänglich. Meeresmuseum Galata — das größte Schifffahrtsmuseum des Mittelmeers, etwa 20 € inklusive U-Boot Nazario Sauro. Lanterna — der 77 Meter hohe Wahrzeichen-Leuchtturm, Museum und Aussichtsterrasse, etwa 6 €. Spianata Castelletto — Aussichtspunkt, erreichbar mit dem Jugendstil-Aufzug, der im AMT-Ticket enthalten ist. Boccadasse — Fischerdorf mit Kieselstrand, kostenlos und bei Sonnenuntergang perfekt.
1 Tag: vormittags zwischen Via Garibaldi und den Musei di Strada Nuova, Abstieg durch die Caruggi zu San Lorenzo und Porta Soprana, Farinata-Mittagessen in einer Sciamadda, nachmittags ins Aquarium oder ins Galata, Sonnenuntergang von der Spianata Castelletto, Abendessen auf der Piazza delle Erbe. 2-3 Tage: dazu kommen Palazzo Reale und Via del Campo, die Lanterna, dann Boccadasse mit Spaziergang über den Corso Italia und ein halber Tag in Nervi zwischen Parks und Klippen. 5+ Tage: Genua wird zur Basis für die Riviera — Camogli und die Abtei San Fruttuoso per Boot, Portofino über Santa Margherita Ligure, die Cinque Terre mit dem Regionalzug (etwa anderthalb Stunden), Pegli und die Casella-Schmalspurbahn ins Hinterland. Wer Monumentalfriedhöfe liebt, widmet Staglieno ein paar Stunden.
Eine Küche aus Gemüse und Kräutern, grüner als fischlastig. Pesto ist hier Religion: DOP-Basilikum aus Prà, Pinienkerne und zwei Käsesorten, serviert auf Trofie oder Trenette mit Kartoffeln und grünen Bohnen. Die Focaccia genovese — ölig, salzig, fingerdick — isst man zu jeder Stunde, sogar zum Frühstück in den Cappuccino getunkt; jene aus Recco, hauchdünn und mit Käse gefüllt, ist etwas völlig anderes und den Abstecher wert. In den Sciamadde, den historischen Frittierstuben der Gassen, bestellt man Kichererbsen-Farinata, frittierte Panissa, Torta pasqualina und Frisceu. Probieren Sie Pansoti mit Walnusssauce, gefüllte Cima und zu Weihnachten den Pandolce. Ligurische Weißweine: Vermentino und Pigato. Typische Ausgaben: Focaccia 1,50-3 € das Stück, Farinata 5-8 €, Mittagessen in der Trattoria 15-25 €, Abendessen mit Wein 30-45 €. Der Mercato Orientale in der Via XX Settembre ist die Speisekammer der Stadt.
Caruggi (Molo und Maddalena): die mittelalterliche Altstadt, jahrhundertealte Läden und lebhafte Abende auf der Piazza delle Erbe. Prè und Via del Campo: das multiethnische Genua, das De André besang, tagsüber faszinierend, einige Gassen spätnachts besser meiden. Porto Antico: Aquarium, Bigo und Biosfera, das ideale Viertel mit Kindern. Via Garibaldi und Castelletto: unten die UNESCO-Paläste, oben ein aussichtsreiches Wohnviertel. Foce und Corso Italia: die Uferpromenade der Genuesen, 2,5 km Spazierweg bis Boccadasse. Albaro: elegant, grün, historische Villen. Nervi: Parks, Museen und die Promenade Anita Garibaldi hoch über dem Meer. Pegli, im Westen: die Villa Durazzo-Pallavicini mit ihrem romantischen Park.
Rolli Days, ein Wochenende im Frühjahr und eines im Herbst: Die UNESCO-Paläste öffnen kostenlos mit erzählten Führungen, der genuesischste Termin überhaupt. Internationale Bootsmesse, Ende September am Waterfront di Levante: eine der größten Wassersportmessen der Welt, die Stadt ist voll. 24. Juni: Fest von Johannes dem Täufer, dem Stadtpatron, mit Prozession der Bruderschaften und Feiern am Hafen. Suq Festival, im Juni am Porto Antico: Theater, Küchen und Musik aus aller Welt. Slow Fish, die Mai-Biennale rund um das nachhaltige Meer. Euroflora, spektakuläre Blumenschau in mehrjährigem Rhythmus. Premio Paganini: der internationale Violinwettbewerb im Namen des virtuosesten Genuesen. Im Dezember Märkte, Krippen und Pandolce in jedem Schaufenster.
Der Flughafen Cristoforo Colombo (GOA) liegt auf einer künstlichen Halbinsel bei Sestri Ponente, 6 km westlich des Zentrums: klein, schnell, minimale Warteschlangen. Typische Verbindungen: ITA Airways nach Rom Fiumicino (1 h 10, 50-130 € hin und zurück), Ryanair und Volotea in den Süden und auf die Inseln — Catania und Palermo in etwa 1 h 30, Cagliari und Olbia in gut einer Stunde, oft für 40-120 € hin und zurück. Aus Europa fliegen unter anderem Lufthansa (München und Frankfurt) sowie saisonale Airlines aus London, Paris und Amsterdam. Von Mailand und Turin lohnt kein Flug: Nehmen Sie den Zug. Alternativen mit mehr Strecken: Mailand Malpensa und Bergamo, in 2-3 Stunden mit Genua verbunden, oder Pisa (PSA), etwa zwei Zugstunden entfernt.
Das AMT-Netz vereint Busse, eine leichte Metrolinie (Brin-Brignole, acht Stationen), zwei Standseilbahnen (Zecca-Righi und Sant'Anna), die Zahnradbahn nach Granarolo und öffentliche Aufzüge wie den Jugendstil-Lift nach Castelletto: Der Einzelfahrschein kostet etwa 2 € und gilt 110 Minuten auf allem; die Tageskarte etwa 4,50 €. Vom Flughafen erreicht der Volabus die Bahnhöfe Principe und Brignole in rund 30 Minuten (etwa 6 €, Abfahrten alle 40-60 Minuten); Taxi um die 25-30 €. Regionalzüge ab Principe und Brignole bedienen die Küste: Camogli und Santa Margherita in einer guten halben Stunde, die Cinque Terre in 1 h 10 bis 1 h 30 (8-10 €). Im Zentrum ist das Auto nutzlos: verkehrsberuhigte Zone, Steigungen, kaum Parkplätze — besser die Parkhäuser am Porto Antico. Bequeme Schuhe: Genua besteht aus Treppen und «Creuze».
Hin- und Rückflug aus Italien 40-140 € je nach Saison und Vorlauf. Übernachten: Hostels und B&Bs in den Caruggi 25-60 €; Drei-Sterne-Häuser im Zentrum 60-110 € in der Nebensaison, 100-180 € in der Hochsaison; vier Sterne 90-160 € / 150-260 €; Kurtaxe etwa 1-4 € pro Nacht. Essen: Focaccia 1,50-3 €, Farinata oder Panissa 5-8 €, Mittagessen in der Trattoria 15-25 €, typisches Abendessen mit Wein 30-45 €, Fischrestaurant 50-70 €. Attraktionen: Aquarium etwa 29 €, Galata etwa 20 €, Musei di Strada Nuova etwa 9 €; die städtischen Museumskarten ab etwa 15 € decken Museen ab, in manchen Varianten auch die AMT-Verkehrsmittel. Nahverkehr: 2-9 € pro Tag, oft null, weil man läuft. Wochenende zu zweit (ohne Flüge): 250-450 € in der Neben-, 400-650 € in der Hochsaison — deutlich weniger als Florenz oder Venedig.
Währung Euro, Sprache Italienisch; der Dialekt Zeneise überlebt in Straßen- und Gerichtsnamen. Englisch in den touristischen Zonen verbreitet. Leitungswasser trinkbar. Steckdosen Typ F/L, 230 V. Trinkgeld nicht obligatorisch: Das Gedeck (1,50-3 €) steht bereits auf der Rechnung. Sicherheit: Das Zentrum ist tagsüber lebhaft und sicher; nachts bleiben Sie besser auf den beleuchteten Hauptachsen und meiden die engsten Gassen zwischen Via di Prè und Maddalena; Taschendiebstahl ist in vollen Bussen und rund um Principe möglich. In den Caruggi versagt das GPS: Prägen Sie sich Orientierungspunkte ein. SIM und Roaming in der EU ohne Aufpreis; wer von außerhalb Europas anreist, findet eSIMs oder italienische SIM-Karten am Flughafen. EU-Bürger: Der Personalausweis genügt. AMT-Tickets gibt es auch per App oder SMS.
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