Flüge und Hotels nach Madrid
Auf 650 Metern Höhe ist Madrid eine der höchstgelegenen Hauptstädte Europas: drei Museen von Weltrang, ein riesiger Königspalast und ein Straßenleben, das praktisch nie zur Ruhe kommt.
Auf 650 Metern Höhe ist Madrid eine der höchstgelegenen Hauptstädte Europas: drei Museen von Weltrang, ein riesiger Königspalast und ein Straßenleben, das praktisch nie zur Ruhe kommt.
Madrid lässt sich größtenteils zu Fuß erkunden: Vom Königspalast zum Prado, entlang der Achse Sol–Plaza Mayor–Paseo del Arte, sind es rund 2,5 km. Die drei großen Museen verschlingen Zeit: Der Prado braucht 3-4 Stunden, das Reina Sofía 2 Stunden, das Thyssen-Bornemisza weitere 2; alle an einem Tag zu besuchen ist unrealistisch. In zwei Tagen schafft man das Wesentliche: Prado, Königspalast, Plaza Mayor, Retiro und einen Tapas-Abend in La Latina. Die Metro ist engmaschig und lohnt sich für das Bernabéu, Salamanca und alle Strecken über 2 km. Von Juni bis August ist die Hitze trocken, aber gnadenlos (35-40°C): Museen in den Mittagsstunden, Straße am Morgen und nach sieben Uhr abends.
Madrid entstand als Mayrit, eine arabische Festung, die Emir Muhammad I. von Córdoba um 865 am Ufer des Manzanares gründete. Ende des 11. Jahrhunderts von den Kastiliern zurückerobert, blieb es ein unbedeutendes Städtchen, bis Philipp II. 1561 seinen Hof von Toledo hierher verlegte und es damit faktisch zur Hauptstadt machte. Die Habsburger bauten das Madrid «de los Austrias» — die Plaza Mayor wurde 1619 vollendet —, während die Bourbonen ihm ab 1700 sein monumentales Gesicht gaben: Nach dem Brand des Alcázar (1734) entstand der heutige Königspalast, und Karl III., der als «bester Bürgermeister Madrids» in Erinnerung blieb, ließ den Prado, die Puerta de Alcalá und den Botanischen Garten errichten. Am 2. Mai 1808 erhob sich das Volk gegen Napoleons Truppen: Die Repression ist auf Goyas Gemälden verewigt. Im Bürgerkrieg (1936-1939) hielt die Stadt einer fast dreijährigen Belagerung stand. Nach Francos Tod 1975 explodierte die Movida madrileña, die kreative Ära, die Almodóvars frühe Filme erzählen. Heute zählt Madrid rund 3,3 Millionen Einwohner und ist Spaniens wichtigster Wirtschafts- und Eisenbahnknoten.
Die besten Reisezeiten sind April-Juni und September-Oktober: 18-28°C, fast durchgehend klarer Himmel, volle Terrassen. Juli und August sind glühend heiß, mit 35-40°C trockener Hitze; im August verlassen viele Madrilenen die Stadt und manche historischen Läden und Lokale schließen, dafür sinken die Hotelpreise und Veranos de la Villa bringt Open-Air-Programm. Der Winter (Dezember-Februar) ist kalt, aber hell: 0-13°C, Nachtfröste wegen der 650 Meter Höhe, kaum Regen; die Weihnachtsbeleuchtung und die Cabalgata de Reyes am 5. Januar lohnen die Reise. Mitte Mai füllen die Feste zu San Isidro die Stadt; am Orgullo-Wochenende, zwischen Ende Juni und Anfang Juli, sind die Hotels in und um Chueca lange im Voraus ausgebucht.
Prado-Museum — circa 15 €, in den letzten zwei Öffnungsstunden gratis (lange Schlangen): Velázquez, Goya, Bosch, El Greco; 3-4 Stunden einplanen. Museum Reina Sofía — circa 12 €: Picassos Guernica, dazu Dalí und Miró; kostenlose Abendfenster, dienstags geschlossen. Thyssen-Bornemisza — circa 13 €: siebenhundert Jahre europäische Malerei in chronologischer Ordnung; montags ist die Dauerausstellung für einige Stunden gratis. Königspalast — 12-14 €: über 3.000 Räume, der flächenmäßig größte Königspalast Westeuropas; Wachablösung am Mittwochvormittag. Retiro-Park — gratis: Bootsteich, Palacio de Cristal, Rosengarten. Templo de Debod — ein echter ägyptischer Tempel aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., von Ägypten geschenkt und hier wieder aufgebaut; gratis und der klassische Ort für den Sonnenuntergang. Plaza Mayor — Arkadenplatz aus dem 17. Jahrhundert mit dem Reiterstandbild Philipps III. Santiago Bernabéu — Stadiontour von Real Madrid 25-35 €, Online-Buchung empfohlen. El Rastro — Flohmarkt am Sonntagvormittag zwischen La Latina und Embajadores.
1 Tag: vormittags Königspalast und Almudena-Kathedrale, dann Plaza Mayor mit Bocadillo de calamares, nachmittags Prado (3 Stunden, vorab gebucht), Spaziergang durch den Retiro, Sonnenuntergang am Templo de Debod, Tapas in La Latina. 2-3 Tage: Ergänzen Sie Tag eins um das Reina Sofía und das Thyssen in Ruhe entlang des Paseo del Arte, Gran Vía und Malasaña, die Dachterrasse des Círculo de Bellas Artes (circa 5 €), die Bernabéu-Tour für Fußballfans und, wenn es auf einen Sonntag fällt, den Rastro mit anschließendem Wermut. 5+ Tage: Tagesausflüge mit dem Hochgeschwindigkeitszug — Toledo (circa eine halbe Stunde Zugfahrt, die Kaiserstadt der drei Kulturen), Segovia (römisches Aquädukt und Alcázar, eine halbe Stunde mit dem AVE), El Escorial (der Klosterpalast Philipps II., eine Stunde mit der Cercanías) oder Aranjuez und Alcalá de Henares, die Geburtsstadt von Cervantes.
Deftige kastilische Küche, Wirtshausstil. Klassiker: Cocido madrileño (Eintopf aus Kichererbsen, Fleisch und Gemüse, in drei Gängen serviert, typisch für den Winter), Callos a la madrileña (Kutteln), Huevos rotos mit Jamón, Tortilla de patatas, Bocadillo de calamares (Sandwich mit frittierten Calamari, 4-6 € rund um die Plaza Mayor). Tapas: gegrillte Oreja, Gambas al ajillo, Patatas bravas; das Sonntagsritual ist Wermut vom Fass in La Latina. Süßes: Churros mit heißer Schokolade (San Ginés, historische Chocolatería, bis tief in die Nacht geöffnet), Rosquillas zu San Isidro. Historische Adressen: Sobrino de Botín (seit 1725, laut Guinness das älteste Restaurant der Welt, gebratenes Cochinillo circa 30 €), Casa Lucio (Huevos rotos), Casa Labra (frittierter Stockfisch seit 1860). Das Menú del día an Werktagen kostet 12-16 € für drei Gänge. Gegessen wird spät: Vor neun Uhr abends treffen Sie fast nur Touristen. Zu meiden: die fotografierten Paellas auf den Terrassen der Plaza Mayor — Paella ist valencianisch, nicht madrilenisch.
Sol und Austrias: das historische Zentrum zwischen Puerta del Sol und Plaza Mayor, praktisch für alles, aber laut und teuer. La Latina: mittelalterliche Gassen und die höchste Dichte an Tapas-Bars; sonntags findet der Rastro statt. Lavapiés: multikulturell und alternativ, Street Art und Küchen aus aller Welt. Barrio de las Letras: das Viertel von Cervantes und Lope de Vega, elegant und nah an den Museen des Paseo del Arte. Malasaña: Herz der Movida, heute Vintage-Läden und unabhängige Cafés. Chueca: das LGBT+-Viertel, Lokale und Shopping. Salamanca: das Schachbrett des 19. Jahrhunderts mit Luxus-Shopping rund um die Calle Serrano. Chamberí: echtes Viertelleben, mit der Tapas-Straße Calle Ponzano. Zum Übernachten: Austrias und Letras beim ersten Besuch, Malasaña oder Chamberí für Wiederkehrer.
San Isidro (Mitte Mai): das Fest des Stadtpatrons, eine Woche mit Konzerten, Chulapos in Tracht, Rosquillas und Picknicks auf der Pradera de San Isidro; zugleich beginnt die Stierkampfsaison in Las Ventas, die bis Juni läuft. Dos de Mayo (2. Mai): Feiertag der Region Madrid, Konzerte in Malasaña. Orgullo (zwischen Ende Juni und Anfang Juli): eine der größten Pride-Feiern Europas mit Epizentrum Chueca. Veranos de la Villa (Juli-August): die sommerliche Open-Air-Spielzeit. La Paloma (Mitte August): das Volksfest von La Latina. 12. Oktober: Militärparade zur Fiesta Nacional entlang des Paseo de la Castellana. ARCO (Februar): Messe für zeitgenössische Kunst. Dezember-Januar: Weihnachtsbeleuchtung, Silvester an der Puerta del Sol mit den zwölf Trauben zu den Glockenschlägen und die Cabalgata de Reyes am Abend des 5. Januar.
Madrid wird von einem einzigen großen Flughafen bedient, Adolfo Suárez Madrid-Barajas (MAD), 12 km nordöstlich des Zentrums: vier Terminals, wobei T4 mit dem Satelliten T4S Iberia und ihren oneworld-Partnern vorbehalten ist. Aus Italien fliegen Iberia und Iberia Express, ITA Airways, Air Europa, Ryanair, Vueling und easyJet direkt, ab Rom Fiumicino, Mailand (Linate, Malpensa, Bergamo), Venedig, Bologna, Neapel, Bari, Catania und Palermo. Richtwerte für die Flugzeit: Rom 2h30, Mailand 2h15, Neapel 2h40, Catania 3h. Mit den Low-Cost-Airlines fliegt man bei früher Buchung oft für 30-80 € pro Strecke; um Feiertage und Großereignisse steigen die Preise auf 150-250 € hin und zurück. Barajas ist zudem Europas wichtigstes Tor nach Lateinamerika: praktisch für Anschlussflüge mit nur einem Stopp.
Madrids Metro gehört zu den größten Netzen Europas: 12 Linien plus Stadtbahn, Einzelticket 1,50-2 € in Zone A, 10-Fahrten-Karte für Metro und Bus um die 6-12 €, alles auf der wiederaufladbaren Multi-Karte (circa 2,50 €). Vom Flughafen: Metro Linie 8 bis Nuevos Ministerios in rund 20 Minuten (Ticket plus 3 € Flughafenzuschlag, insgesamt circa 5 €); Cercanías-Zug C-1 vom T4 nach Atocha in einer halben Stunde (circa 3 €); der Exprés Aeropuerto, der gelbe Bus rund um die Uhr, 5 € bis Cibeles/Atocha in 30-40 Minuten; Taxi zum Festpreis von 30-33 € ins Zentrum. In der Stadt: Das Zentrum erkundet man zu Fuß; BiciMAD ist das städtische E-Bike-Sharing. Taxis sind weiß mit diagonalem rotem Streifen; die Apps FreeNow und Cabify sind weit verbreitet. Vorsicht vor Taschendieben auf der Linie 8 und in den touristischsten Stationen.
Hin- und Rückflug aus Italien 40-150 € in der Nebensaison, 150-280 € um Feiertage und Events. Übernachten: Hostels 20-40 € im Schlafsaal; zentrale 3-Sterne-Hotels 70-140 € pro Nacht in der Nebensaison, 120-220 € in der Hochsaison; 4 Sterne 120-250 €; Madrid erhebt keine Kurtaxe. Essen: Menú del día 12-16 € mittags an Werktagen, Tapas-Abendessen 20-30 € pro Person, gutes Restaurant 40-60 €, Kaffee an der Theke 1,50-2 €, Caña Bier 2-3 €. Museen: Prado 15 €, Reina Sofía 12 €, Thyssen 13 €; der Paseo-del-Arte-Pass für alle drei kostet circa 32 €, und mit den kostenlosen Abendfenstern spart man fast alles. Verkehr: 10-15 € pro Woche genügen, das Zentrum geht zu Fuß. Wochenende zu zweit gesamt (ohne Flüge): 300-500 € in der Nebensaison, 500-800 € in der Hochsaison.
Währung: Euro. Sprache: Spanisch (Kastilisch); Englisch funktioniert in Hotels und Museen, weniger in den Bars der Viertel. Dokumente: Für EU-Bürger genügt der Personalausweis; Roaming kostet wie zu Hause in der EU. Leitungswasser: ausgezeichnet, es kommt aus der Sierra de Guadarrama — bestellen Sie im Restaurant «agua del grifo», es ist kostenlos. Steckdosen: Typ C/F mit 230V, wie in Deutschland: kein Adapter nötig. Sicherheit: eine ruhige Stadt; Taschendiebstahl konzentriert sich auf Sol, die Metro und den Rastro. Trinkgeld: nicht erwartet — man rundet auf oder lässt 5-10 % für wirklich besonderen Service. Zeiten: Mittagessen ab zwei, Abendessen ab neun; viele kleine Läden schließen am frühen Nachmittag. Auf 650 Metern Höhe bleiben die Abende selbst im Sommer kühl: Packen Sie eine Schicht mehr ein.
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