Flüge und Hotels nach Lissabon
Sieben Hügel über dem Tejo, gelbe Straßenbahnen, Azulejos und Pastéis de Nata: Lissabon verbindet morbiden Charme und atlantisches Licht mit Preisen, die zu den günstigsten unter Europas Hauptstädten zählen.
Sieben Hügel über dem Tejo, gelbe Straßenbahnen, Azulejos und Pastéis de Nata: Lissabon verbindet morbiden Charme und atlantisches Licht mit Preisen, die zu den günstigsten unter Europas Hauptstädten zählen.
Lissabon ist auf sieben Hügeln erbaut: Entfernungen auf der Karte täuschen, denn zwischen der Baixa und dem Castelo de São Jorge liegen steile Anstiege über rutschiges Kopfsteinpflaster (die Calçada portuguesa). Das Zentrum — Baixa, Chiado, Alfama, Bairro Alto — lässt sich in zwei vollen Tagen zu Fuß erkunden, doch Belém liegt 6 km entfernt (Tram 15 oder Zug) und verdient einen halben Tag. Die Tram 28 durchquert die historischen Viertel und ist selbst eine Attraktion: Nehmen Sie sie früh am Morgen ab Martim Moniz, um Gedränge und Taschendieben zu entgehen. In drei Tagen schaffen Sie Stadt und Belém; der vierte gehört fast zwangsläufig Sintra. Von Juni bis September brennt die Sonne, doch die Atlantikbrise macht die Hitze erträglicher als in Madrid oder Rom.
Lissabon zählt zu den ältesten Hauptstädten Europas: erst phönizischer Handelsposten, dann das römische Olisipo, war es vier Jahrhunderte lang maurisch, bis Afonso I. von Portugal die Stadt 1147 mit Hilfe von Kreuzfahrern zurückeroberte. Das goldene Zeitalter kam mit den Entdeckungen: Von Belém aus stach Vasco da Gama 1497 Richtung Indien in See, und der Reichtum aus Gewürzen und Gold finanzierte die manuelinische Gotik der Jerónimos und des Torre de Belém. Am 1. November 1755 legten ein Erdbeben, ein Tsunami und Brände die Unterstadt in Schutt und Asche: Der Marquês de Pombal baute sie im rationalen Raster der Baixa Pombalina wieder auf, einem der weltweit ersten Beispiele erdbebensicherer Stadtplanung. Im 20. Jahrhundert war Lissabon Hauptstadt der langen Salazar-Diktatur (Estado Novo, 1933-1974) und Fluchthafen für Tausende Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg. Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 brachte die Demokratie nahezu unblutig zurück; die Expo 98 erneuerte den Osten der Stadt, den heutigen Parque das Nações, mit der über 12 km langen Vasco-da-Gama-Brücke.
Die besten Monate sind April-Juni und September-Oktober: 18-27°C, leuchtende Tage, noch überschaubarer Andrang. Der Juni ist der Monat der Festas de Lisboa: Die Stadt duftet nach gegrillten Sardinen, doch die Preise steigen und die Alfama ist überfüllt. Juli und August sind heiß (30-35°C in den Mittagsstunden), dank des Atlantiks aber selten schwül; abends brauchen Sie einen Pullover. Der Winter ist mild (8-15°C) und zeitweise regnerisch: Zwischen November und Februar kosten die Hotels 30-40 % weniger, und die Miradouros liefern glasklare Sonnenuntergänge. Meiden Sie nach Möglichkeit die Ostertage und die Woche des Web Summit (November), wenn sich die Zimmerpreise verdoppeln. An den Stränden von Cascais und Caparica bleibt das Wasser selbst im Hochsommer kalt: 17-19°C.
Mosteiro dos Jerónimos — manuelinisches Meisterwerk in Belém, außergewöhnlicher Kreuzgang und Grab von Vasco da Gama; Ticket circa 12-18 €, lange Schlangen: online buchen und zur Öffnung kommen. Torre de Belém — Festung aus dem 16. Jahrhundert am Tejo, Wahrzeichen der Stadt; circa 8-15 €, karge Innenräume: oft genügt der Blick von außen. Castelo de São Jorge — maurische Mauern und der beste Blick über die Baixa; circa 15 €, Pfauen inklusive. Praça do Comércio — der große pombalinische Platz zum Fluss hin, mit dem für wenige Euro begehbaren Arco da Rua Augusta. Elevador de Santa Justa — neugotischer Eisenaufzug von 1902; die Terrasse erreichen Sie auch gratis vom Largo do Carmo aus. Kathedrale Sé — romanische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert am Eingang der Alfama. Oceanário — im Parque das Nações, eines der besten Aquarien Europas, circa 25 €, ideal mit Kindern. Museu Nacional do Azulejo — die Geschichte der portugiesischen Fliese in einem Kloster aus dem 16. Jahrhundert, circa 10 €.
1 Tag: vormittags Baixa und Aufstieg zum Castelo de São Jorge, Abstieg durch die Alfama (Sé, Miradouro de Santa Luzia), Mittagessen in einer Tasca; nachmittags Chiado und Bairro Alto, Sonnenuntergang am Miradouro de São Pedro de Alcântara, Abendessen mit Fado in der Alfama. 2-3 Tage: Tag 2 in Belém — Jerónimos zur Öffnung, Turm, Padrão dos Descobrimentos, MAAT und Pastéis — abends Cais do Sodré; Tag 3 Tram 28 im Morgengrauen, Azulejo-Museum oder Gulbenkian-Stiftung, LX Factory und Fähre nach Cacilhas für den Blick auf die Ponte 25 de Abril bei Sonnenuntergang. 5+ Tage: ein ganzer Tag in Sintra (Palácio da Pena, Quinta da Regaleira), ein Nachmittag in Cascais mit der Küste bis zum Cabo da Roca, das Oceanário im Parque das Nações und ein Strandtag an der Costa da Caparica, oder ein Ausflug nach Óbidos.
Atlantische, volkstümliche Küche mit großzügigen Portionen. Stockfisch in tausend Varianten: à brás (zerzupft mit Ei und Kartoffeln) oder com natas (mit Sahne überbacken). Sardinhas assadas vom Grill, die Königinnen des Juni. Polvo à lagareiro (Oktopus aus dem Ofen mit Olivenöl und Knoblauch), Amêijoas à Bulhão Pato (Venusmuscheln mit Knoblauch und Koriander), Arroz de Marisco. Das Nationalsandwich ist die Bifana mit mariniertem Schweinefleisch (3-5 €); in die Cervejaria Ramiro geht man für Garnelen und Taschenkrebs. Pastel de Nata: in der Konditorei Pastéis de Belém (seit 1837, geheimes Rezept, circa 1,50 €) oder bei Manteigaria im Chiado, warm mit Zimt serviert. Zum Trinken: Vinho Verde, Rotweine aus dem Alentejo und ein Glas Ginjinha (Sauerkirschlikör, circa 1,50 €) am Kiosk A Ginjinha neben dem Rossio. Der Time Out Market am Cais do Sodré versammelt bekannte Köche in einer Markthalle. Mittagessen mit Prato do Dia 9-13 €, Abendessen in der Tasca 20-35 €, Marisqueira 40-60 €.
Baixa und Chiado: das pombalinische Raster zwischen Rossio und Fluss, Geschäfte und historische Cafés (A Brasileira), bequeme Basis für alles. Alfama: das maurische Labyrinth unterhalb der Burg, Wäscheleinen und Fado-Häuser; am besten ohne Karte durchstreifen. Bairro Alto: tagsüber verschlafen, ab 22 Uhr eine Bar neben der anderen. Príncipe Real: Eleganz, Concept Stores und Gärten, hervorragend zum Übernachten. Mouraria und Graça: ursprünglich und multiethnisch, mit den Aussichtspunkten Senhora do Monte und Graça. Cais do Sodré: Pink Street und Time Out Market, junges Nachtleben. Belém (6 km westlich): die Monumente der Entdeckungen und die Museen, Tram 15. Parque das Nações: modernes Post-Expo-Viertel, Oceanário und Uferpromenade.
12.-13. Juni: Santo António, die längste Nacht des Jahres — Marchas populares auf der Avenida da Liberdade, gegrillte Sardinen und Tanz auf jedem Platz der Alfama; der ganze Monat feiert mit den Festas de Lisboa. Februar-März: Karneval, intensiver im nahen Torres Vedras. März: Halbmarathon von Lissabon mit Überquerung der Ponte 25 de Abril. Juni, gerade Jahre: Rock in Rio Lisboa im Parque da Bela Vista. Juli: NOS Alive in Algés, eines der besten Rockfestivals Europas. August: Jazz em Agosto in den Gärten der Gulbenkian-Stiftung. November: Web Summit, Zehntausende Teilnehmer und explodierende Hotelpreise. Dezember-Januar: Lichter in der Baixa und Silvesterfeuerwerk über dem Tejo vor der Praça do Comércio.
Der Flughafen Humberto Delgado (LIS) liegt nur 7 km vom Zentrum entfernt, praktisch in der Stadt. Aus Italien fliegen TAP Air Portugal, ITA Airways, Ryanair und easyJet direkt ab Rom, Mailand, Venedig, Bologna und Neapel: rund 2h40 ab Mailand, 3h ab Rom, 3h15 ab Venedig. Richtpreise hin und zurück: 50-130 € in der Nebensaison mit den Billigfliegern, 120-250 € im Sommer und an verlängerten Wochenenden; TAP ist mit inkludiertem Gepäck oft konkurrenzfähig und bietet einen kostenlosen Stopover in Lissabon für Reisende weiter nach Madeira, zu den Azoren oder nach Amerika. Eine praktikable Bahnverbindung aus Italien existiert nicht: Das Flugzeug ist die einzige realistische Option. Nach Porto oder an die Algarve fahren Alfa-Pendular-Züge ab dem Bahnhof Oriente.
Das Zentrum erkundet man zu Fuß, doch die Hügel ermüden: Metro, Trams und öffentliche Aufzüge helfen. Viva-Viagem-Karte (0,50 €), im Zapping-Modus aufzuladen: Fahrt mit Metro/Tram/Bus circa 1,80 €, 24-Stunden-Ticket circa 7 €, gültig auch für Standseilbahnen und Fähren. Metro: 4 Linien (Azul, Amarela, Verde, Vermelha), sauber und effizient. Tram: die 28 für die historischen Viertel, die 15 nach Belém. Die Standseilbahnen Glória, Bica und Lavra sowie der Elevador de Santa Justa sind im Tagesticket enthalten. Vom Flughafen: rote Metrolinie (Vermelha) ab Station Aeroporto ins Zentrum in 20-25 Minuten (circa 1,80-2,30 € mit Karte), Taxi oder Uber/Bolt 10-20 € je nach Verkehr. Fähre von Cais do Sodré nach Cacilhas für den Blick auf die Stadt. Züge nach Sintra ab Rossio und nach Cascais ab Cais do Sodré, circa 2,40 € pro Strecke.
Flug hin und zurück aus Italien 50-130 € in der Nebensaison, 120-250 € in der Hochsaison. Schlafen: Hostelbett 20-40 €; Doppelzimmer in zentraler Guesthouse oder 3-Sterne-Haus 70-140 € in der Neben-, 120-220 € in der Hochsaison; 4 Sterne 130-250 €; Boutique-Hotels im Chiado über 250 €. Städtische Übernachtungssteuer circa 4 € pro Nacht. Essen: Pastel de Nata 1,20-1,80 €, Bifana 3-5 €, Prato do Dia mittags 9-13 €, Abendessen in der Tasca 20-35 € pro Person mit Wein, Marisqueira 40-60 €. Kaffee (Bica) 0,80-1,20 €. Verkehr: Tagesticket circa 7 €, eine Woche Zapping 15-25 €. Sehenswürdigkeiten: Rechnen Sie mit 50-80 € pro Person für 3 Tage (Jerónimos, Turm, Burg, Oceanário nach Wahl). Wochenendbudget für zwei (ohne Flüge): 300-500 € in der Neben-, 500-800 € in der Hochsaison — deutlich weniger als in Paris oder Amsterdam.
Währung Euro; EU-Bürgern genügt der Personalausweis, Roaming ohne Aufschläge. Landessprache ist Portugiesisch, Englisch ist weit verbreitet. Steckdosen Typ F mit 230 V: deutsche Stecker funktionieren ohne Adapter. Leitungswasser trinkbar, leicht gechlorter Geschmack. Trinkgeld ist nicht Pflicht: Man rundet auf oder lässt 5-10 % bei gutem Service; Vorsicht beim Couvert (Brot, Oliven), das unbestellt gebracht wird — Sie zahlen nur, wenn Sie es anrühren, und dürfen es ablehnen. Sicherheit: ruhige Stadt; Taschendiebstahl in der Tram 28, in den Standseilbahnen und am Rossio; in der Baixa werden Sie mitunter von Verkäufern falscher Drogen angesprochen — ignorieren Sie sie und gehen Sie weiter. Schuhe mit griffiger Sohle: Nasse Calçada ist eine Eisbahn.
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