Flüge und Hotels nach Catania
Lavaschwarz und barock lebt Catania im Schatten des Ätna, zwischen lärmenden Märkten, berühmtem Streetfood und Plätzen des 18. Jahrhunderts: Sie ist das bequemste Tor nach Ostsizilien.
Lavaschwarz und barock lebt Catania im Schatten des Ätna, zwischen lärmenden Märkten, berühmtem Streetfood und Plätzen des 18. Jahrhunderts: Sie ist das bequemste Tor nach Ostsizilien.
Catania lässt sich größtenteils zu Fuß erkunden: Das barocke Zentrum zwischen Piazza del Duomo, Via Etnea und Via Crociferi liegt in einem Radius von einem Kilometer. Zwei Tage genügen für den UNESCO-Kern — Kathedrale, Fischmarkt Pescheria, Benediktinerkloster, Castello Ursino, Römisches Theater —, doch für den Ätna sollten Sie mindestens einen dritten Tag einplanen: Zwischen Seilbahn und Kratern vergeht ein ganzer Tag. Die Stadt ist zudem der praktischste Stützpunkt Ostsiziliens: Taormina, Syrakus und Aci Trezza erreichen Sie mit Zug oder Bus in etwa einer Stunde. Im Sommer drückt die Hitze schon am Morgen: Starten Sie früh, machen Sie eine lange Mittagspause und beginnen Sie wieder nach 17 Uhr — wie die Einheimischen.
Katane wurde 729 v. Chr. als griechische Kolonie chalkidischer Siedler aus Naxos gegründet; aus der Antike sind das Theater, das Odeon und das römische Amphitheater an der Piazza Stesicoro erhalten. Im Jahr 251 erlitt hier Agatha das Martyrium — die Schutzpatronin, die die Stadt bis heute jeden Februar stillstehen lässt. Nach Byzantinern, Arabern und Normannen ließ Friedrich II. von Hohenstaufen um 1240 das Castello Ursino errichten, damals direkt am Meer. 1434 eröffnete die erste Universität Siziliens. Das 17. Jahrhundert war katastrophal: Der Ätna-Ausbruch von 1669 umschloss die Stadtmauern und schob die Lava bis ans Meer, und das Erdbeben von 1693 machte die Stadt dem Erdboden gleich, rund zwei Drittel der Einwohner starben. Der Wiederaufbau unter Giovanni Battista Vaccarini auf schachbrettartigem Grundriss schuf den schwarz-weißen Barock aus Kalk- und Lavastein, den die UNESCO 2002 anerkannte. 1801 wurde hier Vincenzo Bellini geboren, der «Schwan» der Oper. 1943 bombardiert, ist Catania heute ein lebendiger Universitäts- und Technologiestandort, Sitz des Elektronik-Clusters «Etna Valley».
Die besten Monate sind April bis Juni und September bis Oktober: 20-28 °C, Badewetter ab Ende Mai, lange Tage und noch vernünftige Preise. Juli und August sind glühend heiß: 33-38 °C mit Spitzen über 40, wenn der Schirokko weht; man lebt von Meer, Granita und Abenden an der Uferpromenade, doch Besichtigungen in den Mittagsstunden sind anstrengend. Der Winter ist mild (8-16 °C) und oft sonnig: ideal für niedrige Preise, mit dem surrealen Bonus eines verschneiten Ätna — Skifahren mit Meerblick. Anfang Februar füllt das Fest der heiligen Agatha jedes Bett der Stadt: Buchen Sie Monate im Voraus oder meiden Sie diese Tage. Der November ist der regenreichste Monat, mit kurzen, aber heftigen Güssen.
Piazza del Duomo — der barocke Salon der Stadt, mit dem Elefantenbrunnen («u Liotru», 1736, Wahrzeichen Catanias) und dem Palazzo degli Elefanti, dem Rathaus. Kathedrale Sant'Agata — Eintritt frei; normannische Apsiden, die 1693 überstanden, Vaccarinis Fassade und das Grab Vincenzo Bellinis. Benediktinerkloster — eine der größten Benediktineranlagen Europas, heute Universitätssitz; tägliche Führungen für rund 10 €. Castello Ursino — stauferzeitliche Burg des 13. Jahrhunderts, einst am Meer, heute Stadtmuseum (etwa 6-10 €). Römisches Theater und Odeon — griechisch-römische Cavea aus Lavastein, eingeklemmt zwischen Wohnhäusern, Ticket etwa 6 €. Römisches Amphitheater — an der Piazza Stesicoro, kostenlos vom Platz aus einsehbar. Via Crociferi — die szenografischste Straße des catanesischen Barocks, vier Kirchen auf zweihundert Metern. Teatro Massimo Bellini — Opernhaus, 1890 mit der Norma eröffnet; Führungen für wenige Euro. Kirche San Nicolò l'Arena — die größte Siziliens, mit unvollendeter Fassade und einer Sonnenuhr des 19. Jahrhunderts im Boden.
1 Tag: frühmorgens Pescheria, Piazza del Duomo und Kathedrale, Via Crociferi und Benediktinerkloster; Streetfood-Mittagessen, nachmittags Castello Ursino und die Via Etnea bis zur Villa Bellini, abends zwischen Piazza Teatro Massimo und den Kiosken. 2-3 Tage: Ergänzen Sie den ersten Tag um einen ganzen Tag am Ätna (Rifugio Sapienza, Seilbahn und Krater) und einen halben Tag in Aci Trezza und Aci Castello, mit Fischessen am Meer. 5+ Tage: der Ätna und sein Umland in Ruhe — die Nordflanke ab Piano Provenzana, die Ätna-Dörfer und Weingüter mit der Circumetnea-Bahn, die Alcantara-Schluchten — dazu die Klassiker: Taormina mit dem Antiken Theater, Syrakus mit Ortigia und eventuell Noto, die Hauptstadt des Barocks.
Die Küche Catanias ist so barock wie die Stadt. Pasta alla Norma — Tomate, frittierte Auberginen, gesalzener Ricotta und Basilikum, Bellinis Oper gewidmet — ist das identitätsstiftende Gericht. Das Streetfood ist berühmt: spitzer Arancino (hier strikt maskulin, 2,50-3,50 €), Cartocciata, Cipollina, «Seltz limone e sale» an den Jugendstilkiosken. An der Pescheria isst man fangfrischen Fisch: Masculini (Sardellen), gekochten Oktopus, rohe rote Garnelen. In der Via Plebiscito servieren die Pferdefleisch-Grills Würste und Buletten «arrusti e mangia». Das Frühstück ist heilig: Granita aus Mandeln oder Pistazien mit Brioche col tuppo (4-5 €), bei Savia (seit 1897) oder in den Vierteln. Rituelle Süßspeisen: Cannoli, Torrone und die Minne di Sant'Agata, kleine Votiv-Cassaten. Dazu die Vulkanweine der Etna DOC: Rote aus Nerello Mascalese, Weiße aus Carricante. Mittagessen in der Trattoria 15-25 €, Fischdinner 30-45 €.
Altstadt (Duomo-Via Etnea): UNESCO-Barock, B&Bs in Adelspalästen, alles zu Fuß — die beste Wahl zum Übernachten. Civita und Pescheria: volkstümliche Gassen hinter dem Dom, morgens Markt, abends Trattorien. Obere Via Etnea und Borgo: Shopping, Villa Bellini, historische Cafés, ruhigere Wohngegend. Piazza Teatro Massimo und Umgebung: das Herz des Nachtlebens, zwischen Via Gemmellaro und der Alessi-Treppe. Via Plebiscito: Pferdefleisch-Grills und das unverfälschte Catania. Ognina und die Uferpromenade: Lavaklippen, Aperitivo bei Sonnenuntergang, Baden zwischen den Felsen. La Playa: kilometerlanger Sand und Strandbäder südlich des Hafens. Aci Castello und Aci Trezza (10 km): Fischerdörfer mit Normannenburg und den Zyklopenfelsen.
3.-5. Februar: Fest der heiligen Agatha, eines der gewaltigsten religiösen Feste der Welt: Hunderttausende Gläubige im weißen Bußgewand ziehen den Fercolo der Heiligen zwischen Candelore und Feuerwerk; stillere Wiederholung am 17. August. Februar: Karneval von Acireale, der schönste Siziliens, mit allegorischen Wagen eine halbe Stunde von Catania. Juni: Etna Comics, Comic- und Spielefestival im Messezentrum Le Ciminiere. Sommer: Open-Air-Programme an der Uferpromenade, in Barockhöfen und Arenen unter dem Dach des Catania Summer Fest. September-Oktober: Weinlese am Ätna mit offenen Kellereien und die Ottobrata Zafferanese, ein sonntägliches Fest für Honig, Pilze und Kastanien in Zafferana Etnea. Oktober-Juni: Opern- und Konzertsaison des Teatro Massimo Bellini.
Der Flughafen Catania-Fontanarossa «Vincenzo Bellini» (CTA) ist der verkehrsreichste Süditaliens und liegt nur 5 km vom Zentrum entfernt. Aus Italien fliegen ITA Airways, Ryanair, easyJet, Wizz Air, Volotea und Aeroitalia: ab Rom 1 h 15 (30-120 €), ab Mailand 1 h 50 (30-150 €), ab Neapel 1 h (25-100 €), ab Bologna und Venedig 1 h 40-2 h (30-140 €). Direkte Europaverbindungen gibt es vom Frühjahr bis in den Herbst reichlich: London 3 h, Paris 2 h 40, Frankfurt und München 2 h 30, Barcelona 2 h. Wer einige Wochen im Voraus bucht, findet Low-Cost-Tarife ab etwa 20-30 € pro Strecke. Die Alternative Comiso (CIY), rund 100 km entfernt, hat wenige Flüge und lohnt nur für die Gegend um Ragusa.
Vom Flughafen ins Zentrum fährt der Alibus (Linie 457 der AMTS): 4 €, dichte Taktung, 20-30 Minuten bis zur Piazza Borsellino und zum Hauptbahnhof. Das Taxi kostet etwa 20-25 €. In der Stadt erkundet man das Zentrum zu Fuß; für den Rest gibt es die AMTS-Busse (Ticket 1 €, 90 Minuten gültig) und die FCE-Metro, eine einzelne Linie, nützlich zwischen Stesicoro, dem Bahnhof und den oberen Vierteln. Die ZTL-Verkehrszone der Altstadt macht das Auto unattraktiv: besser die Park-and-Ride-Plätze nutzen. Mit dem Zug ab Catania Centrale: Taormina-Giardini in 40-50 Minuten (5-6 €), Syrakus in etwa 1 h 10 (8-10 €). SAIS-Busse erreichen Palermo in 2 h 40 (12-15 €), Interbus bedient Taormina und Noto. Die historische Circumetnea-Bahn startet in Catania Borgo und umrundet den Vulkan zwischen Dörfern und Lavafeldern.
Catania ist günstiger als die Ziele Mittel- und Norditaliens. Hotels: B&Bs und Zimmer in historischen Palazzi 40-70 € pro Nacht, 3 Sterne 60-120 €, 4 Sterne 90-180 €; in der Hochsaison und zur Sant'Agata steigen die Preise um 30-50 %. Bescheidene Kurtaxe, meist 1-3 € pro Nacht. Essen: Frühstück mit Granita und Brioche 4-5 €, Arancino 2,50-3,50 €, Mittagessen in der Trattoria 15-25 €, Fischdinner 30-45 €, gehobenes Abendessen 50-80 €. Sehenswürdigkeiten: Die Stätten kosten wenig (6-10 € pro Haus); der große Posten ist die Kratertour am Ätna, etwa 50-90 € für Seilbahn, Geländefahrzeuge und Führer. Verkehr: 1 € pro Stadtfahrt, Alibus 4 €. Wochenende zu zweit (ohne Flüge): 250-450 € in der Neben-, 400-650 € in der Hochsaison.
Währung Euro, Steckdosen Typ F/L mit 230 V, italienische Standards. Gesprochen werden Italienisch und Sizilianisch; Englisch ist in den Touristenzonen verbreitet. Das Leitungswasser ist trinkbar — es stammt aus dem Grundwasser des Ätna —, auch wenn viele Einheimische Flaschenwasser bevorzugen. Sicherheit: eine lebhafte, für Touristen insgesamt ruhige Stadt; achten Sie auf Taschendiebe am Bahnhof, in vollen Bussen und auf den Märkten, und meiden Sie nachts die menschenleeren Straßen rund um den Bahnhof. Trinkgeld ist nicht Pflicht: Das Gedeck (1-3 €) steht bereits auf der Rechnung. EU-Bürger: Der Personalausweis genügt; SIM-Karten und EU-Roaming ohne Zusatzkosten. Für den Ätna brauchen Sie feste Schuhe und eine Jacke selbst im Hochsommer: In der Höhe ist es 15-20 Grad kälter als in der Stadt.
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