Flüge und Hotels nach Comer See
Von den Alpen eingerahmt, ist der Comer See eine Perle historischer Villen und Gärten.
Von den Alpen eingerahmt, ist der Comer See eine Perle historischer Villen und Gärten.
Der Comer See ist seit Jahrhunderten das Refugium von Aristokraten, Schriftstellern und Prominenten: Historische Villen mit italienischen Gärten, pastellfarbene Dörfer und Berge, die sich im Wasser spiegeln, bilden eine Landschaft, die in Europa wenige Entsprechungen hat. Der See hat die Form eines umgekehrten Y: Seine drei Arme (Como, Lecco und Colico) treffen sich in der Mitte, wo sich Bellagio, Varenna und Menaggio konzentrieren — das goldene Dreieck des Seetourismus. Die Schiffe der Navigazione verbinden die Ufer und bleiben die praktischste und schönste Art, sich fortzubewegen. Planen Sie mindestens zwei volle Tage für die Seemitte ein, eine Woche, wenn Sie Wanderungen, weitere Villen und den ruhigeren oberen See hinzufügen möchten.
Die Provinzhauptstadt ist römischen Ursprungs: Julius Cäsar gründete 59 v. Chr. Novum Comum neu, hier wurde Plinius der Ältere geboren, während Plinius der Jüngere in seinen Briefen seine beiden Villen am See beschrieb. Im Mittelalter führte Como den Zehnjährigen Krieg gegen Mailand (1118-1127), wurde zerstört und erstand mit Barbarossas Unterstützung neu. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Stadt zur europäischen Hauptstadt der Seide — ein Rang, den sie bis heute hält. 1745 wurde hier Alessandro Volta geboren, der Erfinder der Batterie, dem der Tempio Voltiano an der Uferpromenade gewidmet ist. Im 18. und 19. Jahrhundert errichtete die lombardische und europäische Aristokratie die großen Villen: die Villa Carlotta in Tremezzo, die Villa Melzi in Bellagio und die Villa del Balbianello in Lenno, letzter Wohnsitz des Forschungsreisenden Guido Monzino, der sie der Stiftung FAI vermachte. Alessandro Manzoni eröffnete Die Brautleute mit «jenem Arm des Comer Sees» — dem Arm von Lecco. Im April 1945 wurde der fliehende Mussolini in Dongo am oberen See gefangen genommen. Heute ist der See wieder internationale Filmkulisse, von Star Wars bis James Bond.
Von April bis Oktober. Mai und September bieten das beste Klima ohne Gedränge: 18-25°C, blühende Gärten oder goldenes Herbstlicht, Schiffe bereits im Vollbetrieb. Der Juni ist ausgezeichnet, aber teurer; Juli und August bringen 28-32°C, Schwüle, dichten Verkehr auf der Strada Regina und Spitzenpreise — der See mildert die Hitze allerdings besser als die Städte. Der April ist wechselhaft, doch die Azaleen der Villa Carlotta blühen zwischen Ende April und Mai. Der Oktober schenkt stimmungsvolle Nebel und sinkende Preise, die Villen bleiben bis Anfang November geöffnet. Von November bis März schließen viele Villen, Hotels und Dorfrestaurants, und die Schiffe fahren seltener: Es bleibt der stille Charme der Stadt Como und von Brunate.
Villa del Balbianello (Lenno) — die spektakulärste Villa des Sees auf einer bewaldeten Landzunge; FAI-Kulturerbe, Drehort von Star Wars und 007 Casino Royale; Garten circa 12 €, Innenräume mit Führung, Online-Buchung empfohlen. Villa Carlotta (Tremezzo) — 8 Hektar botanischer Garten, berühmt für die Frühlingsazaleen und Skulpturen der Canova-Schule; Eintritt circa 15 €. Villa Melzi (Bellagio) — englische Gärten an der Uferpromenade, circa 10 €. Villa Monastero (Varenna) — ehemaliges Kloster mit einem 2 km langen Garten über dem Wasser. Dom von Como — Gotik und Renaissance, Eintritt frei. Standseilbahn Como-Brunate — seit 1894, in 7 Minuten hinauf zum Panoramabalkon; circa 4 € pro Fahrt. Castello di Vezio — Burg über Varenna mit Falknerei-Vorführungen. Orrido di Bellano — Schlucht mit hängenden Stegen, circa 6 €. Isola Comacina — die einzige Insel des Sees, mit frühchristlichen Ruinen. Abtei Piona — cluniazensisches Priorat am oberen See, mit Kreuzgang und Likören der Mönche.
1 Tag: morgens mit dem Zug von Mailand nach Varenna, per Schiff nach Bellagio (Gärten der Villa Melzi und Gassen), mit der Fähre nach Menaggio oder direkt nach Tremezzo zur Villa Carlotta, per Schiff zurück nach Varenna: das klassische Dreieck der Seemitte. 2-3 Tage: ergänzen Sie die Villa del Balbianello ab Lenno, einen halben Tag in Como (Dom, Uferpromenade, Standseilbahn nach Brunate bei Sonnenuntergang) und den Greenway des Sees, leichte 10 km von Colonno nach Cadenabbia zwischen Olivenhainen und Dörfern. 5+ Tage: Orrido di Bellano und Castello di Vezio, Abtei Piona, die Strände des oberen Sees, die Auffahrt mit Auto oder Rad zur Madonna del Ghisallo, der Manzoni-Arm von Lecco und ein Abstecher nach Lugano in der Schweiz, eine halbe Stunde von Menaggio.
Küche zwischen See und Bergen. Seefisch: Risotto mit Barschfilets ist das Aushängeschild, dazu gegrillte Felchen (lavarello), Agone und die missoltini — sonnengetrocknete Agone mit gerösteter Polenta, intensiv im Geschmack und einen Versuch wert. Aus dem Veltlin gleich nebenan: Buchweizen-Pizzoccheri, Polenta taragna und Bresaola. In den Bergen des Larianischen Dreiecks bereitet man den toc zu, eine Polenta mit Butter und Käse, und überall gibt es Almkäse; in der Tremezzina wachsen Italiens nördlichste Olivenbäume, die ein feines Öl liefern. Süßes: die miascia, ein Brotkuchen mit Früchten. Weine: Veltliner Rotweine aus Nebbiolo (Sassella, Inferno) und IGT Terre Lariane. Versäumen Sie nicht ein Eis beim Spaziergang an der Uferpromenade von Bellagio. Übliche Preise: Pizzoccheri circa 12-14 €, Barschrisotto 14-18 €, Fischessen 35-55 €. Meiden Sie die laminierten Touristenmenüs der belebtesten Promenaden.
Bellagio, die Perle des Sees, im Zentrum des Dreiecks zwischen den beiden Armen: Treppengassen, historische Hotels, hohe Preise. Varenna am Lecco-Ufer für authentischen Charme und die praktische Bahnverbindung aus Mailand. Menaggio für Uferpromenaden und Wanderungen. Tremezzina für die Villa Carlotta und die Villa del Balbianello, durchzogen vom Greenway. Die Stadt Como für Dom, Museen und die Standseilbahn nach Brunate: eine praktische, günstigere Basis. Das elegante Cernobbio mit der Villa d'Este und der Villa Erba. Der obere See (Domaso, Gravedona) für Wind, Surfen und moderatere Campingpreise. Der Arm von Lecco, Manzoni-Land und deutlich weniger touristisch.
Mai: Concorso d'Eleganza Villa d'Este in Cernobbio, das renommierteste Oldtimer-Treffen der Welt. Ende Juni: Sagra di San Giovanni an der Isola Comacina mit einem der größten Feuerwerke Norditaliens und Umzügen in historischen Kostümen. Sommer: Festival von Bellagio und dem Comer See (klassische Musik in den Villen) und Lake Como Film Festival mit Open-Air-Vorführungen. Mitte August: Ferragosto-Feuerwerke in vielen Uferdörfern. September: Palio del Baradello in Como, ein mittelalterliches Spektakel um Barbarossa mit Umzug und Wettkämpfen der Stadtviertel. Oktober: die Lombardei-Rundfahrt, der «Klassiker des fallenden Laubes» im Radsport, erklimmt die Madonna del Ghisallo. Dezember: Weihnachtsmärkte und Lichtprojektionen in Como und den Dörfern.
Der See hat keinen eigenen Flughafen: Man landet in Mailand. Malpensa (MXP) ist das interkontinentale Drehkreuz, rund 50 km von Como: ITA Airways, easyJet und die großen europäischen Airlines; ab Rom circa 1h10 Flugzeit (40-120 €), ab Neapel 1h20, ab Catania und Palermo 1h40-1h50 (40-150 €). Linate (LIN), der Stadtflughafen Mailands, ist praktisch, wenn Sie ab Milano Centrale mit dem Zug weiterreisen. Bergamo Orio al Serio (BGY) ist die Low-Cost-Basis von Ryanair und Wizz Air, rund 80 km vom Arm von Lecco. Von den Flughäfen geht es per Zug oder Auto weiter: Regionalzüge ab Milano Centrale erreichen Como San Giovanni in 35-40 Minuten und Varenna-Esino in etwa einer Stunde.
Das Wahrzeichen sind die Schiffe der Navigazione Lago di Como: langsame Panoramalinien, schnelle Tragflügelboote und die Auto- und Personenfähre zwischen Bellagio, Varenna, Menaggio und Cadenabbia; Einzelfahrten ab circa 5 €, Tageskarte für die Seemitte circa 15-25 €. Zwei Bahnlinien: Am Westufer halten Trenord- und EuroCity-Züge in Como San Giovanni (ab Milano Centrale, 35-40 Minuten, circa 5-6 €); am Ostufer bedient die Linie Mailand-Lecco-Tirano Varenna-Esino und Colico (circa 1 Stunde, 7 €). Die ASF-Busse ergänzen das Netz: Der C10 fährt am Westufer von Como nach Menaggio und Colico, der C30 verbindet Como mit Bellagio. Ab Malpensa: Malpensa Express bis Mailand und umsteigen, oder über Saronno nach Como Lago. Mit dem Auto ist die Strada Regina eng und im Sommer verstopft; Parkplätze sind in den Dörfern knapp.
Flug nach Mailand innerhalb Italiens 40-150 € hin und zurück je nach Saison; aus Europa 60-250 €. Übernachten: Hostels und einfache B&Bs 60-100 € für das Doppelzimmer; Drei-Sterne-Häuser in den Dörfern 120-200 € in der Hochsaison (in Bellagio mehr); vier und fünf Sterne sowie historische Villen von 300 € bis über 800 € (Grand Hotel Tremezzo und Villa d'Este gehören zu den teuersten Italiens). Die Stadt Como und der obere See kosten 20-30% weniger. Essen: Pizza 10-14 €, Mittagessen in der Trattoria 20-30 €, Seefisch-Abendessen 35-55 €, Espresso 1,20-1,50 €. Verkehr: Zug ab Mailand 5-8 €, Tageskarte der Schiffe 15-25 €, Standseilbahn circa 4 €. Villen je 10-15 €. Wochenende zu zweit, ohne Flüge: 350-600 € in der Nebensaison, 600-1.000 € in der Hochsaison in Bellagio oder Varenna.
Währung Euro; in Lugano und der Schweiz (eine halbe Stunde von Menaggio) brauchen Sie Franken oder Karte. Landessprache Italienisch, Englisch in den Touristenorten verbreitet. Vorsicht beim Roaming: Nahe der Grenze bucht sich das Handy mitunter in Schweizer Netze ein, außerhalb der EU-Tarife — schalten Sie die automatische Netzwahl aus. Steckdosen Typ F/L, 230 V. Leitungswasser trinkbar. Sehr sicheres Reiseziel: Achten Sie lediglich auf Taschen und Handys auf vollen Schiffen. Trinkgeld ist keine Pflicht, das Gedeck (coperto) steht bereits auf der Rechnung. EU-Bürger: Der Personalausweis genügt, auch für den Abstecher in die Schweiz. Geldautomaten und Apotheken in den Hauptorten; in kleineren Dörfern werden die Angebote dünn, vieles schließt im Winter. Bequeme Schuhe: Die Dörfer bestehen aus Treppen und Kopfsteinpflaster.
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