Flüge und Hotels nach Turin
Italiens erste Hauptstadt und elegante Residenz der Savoyer am Fuß der Alpen: Turin vereint Arkadenplätze, das Ägyptische Museum, historische Cafés und eine Gastroszene, die allein schon die Reise wert ist.
Italiens erste Hauptstadt und elegante Residenz der Savoyer am Fuß der Alpen: Turin vereint Arkadenplätze, das Ägyptische Museum, historische Cafés und eine Gastroszene, die allein schon die Reise wert ist.
Turin ist eine geordnete, luftige Stadt: Das savoyische Zentrum, auf römischem Raster angelegt, lässt sich unter 18 Kilometern Arkaden zu Fuß erkunden, gut geschützt vor Regen und Sonne. Die Entfernungen sind dennoch nicht winzig: Von Porta Nuova zur Mole Antonelliana geht man eine gute halbe Stunde, und Superga oder die Reggia di Venaria verlangen jeweils einen eigenen halben Tag. Das Ägyptische Museum braucht 2-3 Stunden, die Königlichen Museen weitere 2, das Kinomuseum in der Mole mindestens 1,5. Zwei Tage decken das Wesentliche ab; mit dreien können Sie durchatmen. Der Po und der Valentino-Park liefern den grünen Spaziergang, der Hügel jenseits der Gran Madre die schönsten Panoramen.
Turin entstand um 28 v. Chr. als römisches Castrum Augusta Taurinorum: Das Raster rechtwinkliger Straßen im Quadrilatero Romano ist noch heute dasselbe. Lange eine Grenzstadt, änderte sich ihr Schicksal 1563, als Emanuele Filiberto von Savoyen die Hauptstadt des Herzogtums von Chambéry hierher verlegte; 1578 kam auch das Turiner Grabtuch. 1706 widerstand die Stadt einer langen französischen Belagerung, berühmt geworden durch den Mineur Pietro Micca. Als Hauptstadt des Königreichs Sardinien wurde sie im 19. Jahrhundert mit Cavour zum Labor des Risorgimento und 1861 zur ersten Hauptstadt des Königreichs Italien (bis 1865). Die Mole Antonelliana, 1863 als Synagoge begonnen, erreicht 167,5 Meter. 1899 wurde FIAT gegründet: Im 20. Jahrhundert war Turin die Fabrikstadt, die Hunderttausende von Arbeitern aus dem Süden anzog. 1949 brachte die Tragödie von Superga, bei der die Mannschaft des Grande Torino umkam. Die Olympischen Winterspiele 2006 beschleunigten den postindustriellen Wandel zur Hauptstadt der Museen, des Kinos und der Gastronomie. In den unversehrt erhaltenen Cafés des Zentrums atmet man noch das 19. Jahrhundert des Risorgimento.
Die besten Monate sind April-Juni und September-Oktober: 15-25°C, oft klarer Himmel mit den Alpen als Kranz um die Stadt. Der Herbst ist die goldene Jahreszeit des Genusses: Zwischen Oktober und November feiern die nahen Langhe die Messe des weißen Alba-Trüffels, während Schokolade und elegante Nebel in die Stadt einziehen. Juli und August sind heiß und schwül (30-35°C), viele Lokale schließen um Mitte August, doch die Stadt bleibt erträglicher als andere italienische Ziele, und die Preise sinken. Der Winter ist kalt (0-8°C) und mitunter neblig, aber zwischen November und Januar verwandeln die Luci d'Artista die Straßen des Zentrums, und die Pisten der Via Lattea und von Sestriere liegen nur eine Autostunde entfernt.
Mole Antonelliana — Wahrzeichen der Stadt, 167,5 Meter hoch: Innen sitzt das Nationale Kinomuseum (rund 17€ mit Panoramaaufzug, nur Aufzug rund 9€), mit Blick aus 85 Metern auf Alpen und Dächer. Ägyptisches Museum — die bedeutendste ägyptische Sammlung außerhalb Kairos und das älteste ägyptische Museum der Welt (1824); Eintritt rund 18€, Besuch 2-3 Stunden, am Wochenende Reservierung empfohlen. Königliche Museen — Königspalast, Waffenkammer, Galleria Sabauda und Guarinis Grabtuchkapelle, rund 15€. Palazzo Madama — zweitausend Jahre in einem einzigen Gebäude: römisches Tor, mittelalterliche Burg, barocke Fassade von Juvarra; rund 10€. Basilika von Superga — auf dem Hügel in 672 Metern Höhe, mit Alpenpanorama, den Königsgräbern und der Gedenktafel des Grande Torino; Kuppel und Appartements kosten wenige Euro. Reggia di Venaria — 10 km entfernt, UNESCO-Welterbe mit der Großen Galerie und weitläufigen Gärten; Komplettticket rund 20€. Automobilmuseum (MAUTO) — über 200 Wagen erzählen von der Hauptstadt des Automobils; rund 15€. Valentino-Park — kostenlos, am Po entlang, mit dem Borgo Medievale aus dem 19. Jahrhundert.
1 Tag: morgens Piazza Castello und Königliche Museen, dann Dom und Quadrilatero Romano; Mittagessen in einer Piola; nachmittags Ägyptisches Museum (reserviert) und Auffahrt auf die Mole; Aperitivo an der Piazza San Carlo. 2-3 Tage: Ergänzen Sie Palazzo Madama, den Valentino mit dem Borgo Medievale und einen Abend in San Salvario; am dritten Tag morgens Superga, dann Automobilmuseum und Lingotto, zum Abschluss die Merenda reale in einem historischen Café. 5+ Tage: ein halber Tag in der Reggia di Venaria, ein Ausflug in die Langhe (Alba und Barolo, rund 1h15 mit dem Auto) oder zur Sacra di San Michele, die Museen GAM und MAO, im Winter ein Skitag in Sestriere. Gemächliches Tempo: Turin belohnt alle, die sich in seine Cafés setzen.
Reiche savoyische Küche zwischen Frankreich und bäuerlichem Piemont. Vorspeisen: Vitello tonnato, Sardellen in grüner Sauce, russischer Salat, Tomini-Käse. Primi: Agnolotti del Plin, Tajarin mit Ragù oder mit Butter und Salbei. Hauptgerichte: in Barolo geschmortes Rind, piemontesisches Fritto misto, Bollito misto mit Bagnetto verde; im Winter die Bagna cauda. Süßes und Kaffee: der Bicerin (Kaffee, Schokolade und Milchcreme in Schichten, rund 6-7€ im Caffè Al Bicerin, geöffnet seit 1763), die Gianduiotti, die Merenda reale in den historischen Cafés der Piazza San Carlo wie Baratti & Milano oder Caffè Torino; bei Mulassano wurde das Tramezzino erfunden. Der Aperitivo ist eine Institution: Hier erfand Carpano 1786 den Wermut. In den Piole (Turins Trattorien) kostet das Mittagessen 15-25€, das Abendessen 30-45€ mit einem Barbera oder Nebbiolo. Porta Palazzo für den Markt, Eataly im Lingotto. Handwerkliche Chocolatiers: Guido Gobino, Peyrano. Weine: Barolo, Barbaresco, Barbera, Dolcetto.
Zentrum-Piazza Castello: Museen, die Arkaden von Via Po und Via Roma, historische Cafés — die bequemste Basis. Quadrilatero Romano: Gassen auf römischem Raster, Aperitivo-Bars und Werkstätten, abends sehr lebhaft. San Salvario: neben Porta Nuova und dem Valentino, multikulturell und nachtaktiv, viele günstige B&Bs. Vanchiglia: Studenten, Street Art und Lokale, wenige Minuten von der Mole. Crocetta: elegantes Wohnviertel mit historischem Markt, sehr ruhig. Aurora-Porta Palazzo: Europas größter Freiluftmarkt und die Nuvola Lavazza, ein Viertel im vollen Umbruch, niedrige Preise. Borgo Po und der Hügel: von der Gran Madre aufwärts Villen und schöne Aussichtspunkte. Lingotto: die frühere FIAT-Fabrik mit Eataly und der Pinacoteca Agnelli, per Metro gut erreichbar.
Mai: Salone Internazionale del Libro im Lingotto, Italiens größte Buchmesse. 24. Juni: Fest des Stadtpatrons Johannes mit Feuerwerk oder Drohnenshow über dem Po. Juli: Kappa FuturFestival, elektronische Musik in den postindustriellen Räumen des Parco Dora. September: MITO SettembreMusica, ein mit Mailand geteiltes Klassikfestival; in geraden Jahren Terra Madre Salone del Gusto, das weltweite Slow-Food-Treffen. Oktober-November: in den nahen Langhe die Internationale Messe des weißen Alba-Trüffels. November: Artissima für zeitgenössische Kunst, das Torino Film Festival und die Nitto ATP Finals im Tennis; in der Stadt leuchten die Luci d'Artista, Lichtinstallationen bis in den Januar hinein. Februar: eine Zugstunde entfernt der historische Karneval von Ivrea mit seiner Orangenschlacht. Der Herbst ist zudem die Saison der Schokoladen-Events.
Der Flughafen Turin-Caselle „Sandro Pertini“ (TRN) liegt 16 km vom Zentrum. Ryanair unterhält hier eine Basis mit Inlandsflügen aus Neapel, Bari, Brindisi, Palermo, Catania, Lamezia und Cagliari (1h20-1h50, oft 20-80€); ITA Airways verbindet Rom-Fiumicino (1h15, 50-150€). Aus Europa: London rund 2h, Paris 1h30, Frankfurt und München 1h20, Madrid und Barcelona 1h45-2h, mit Wizz Air, easyJet, Vueling, Lufthansa und British Airways; im Winter viele Zusatzflüge für die Skisaison. Alternativ bietet Mailand-Malpensa (MXP), rund 110 km entfernt, die interkontinentalen Strecken. Aus dem übrigen Norditalien gewinnt der Zug: Frecciarossa und Italo ab Mailand in 1h (10-30€), ab Rom 4h-4h30 (30-90€), ab Bologna rund 2h.
Das Zentrum erkundet man zu Fuß unter den Arkaden; ansonsten gibt es das GTT-Netz aus Straßenbahnen, Bussen und einer automatischen Metrolinie (M1) von Fermi/Collegno nach Bengasi über Porta Nuova, Porta Susa und Lingotto. Der Einzelfahrschein kostet 2€ (100 Minuten, Metro inklusive), Mehrfahrtenkarten und Tageskarten sind günstig; an den Schranken der Metro zahlen Sie auch kontaktlos mit Karte. Vom Flughafen Caselle: Zug der Linie SFA bis Porta Susa in rund 30 Minuten für wenige Euro, oder Direktbus nach Porta Nuova in 45-50 Minuten (rund 7-8€); Taxi 30-40€. Nach Superga: Tram 15 bis Sassi, dann die historische Zahnradbahn, sofern in Betrieb (andernfalls der Bus). Die zentrale ZTL-Verkehrszone gilt an den Vormittagen der Werktage: Wer fährt, stellt den Wagen in Tiefgaragen ab (rund 2-2,50€ pro Stunde) oder auf den Park-and-Ride-Plätzen der Metro.
Turin ist günstiger als Mailand, Florenz oder Venedig. Hin- und Rückflug aus Süditalien 40-120€, aus Europa 60-200€ in der Nebensaison. Hotels: Hostels und B&Bs 25-50€; 3 Sterne im Zentrum 70-120€ pro Nacht, 120-180€ an Wochenenden mit Großveranstaltungen; 4 Sterne 110-200€; Boutique-Häuser in Adelspalais über 250€. Kurtaxe rund 2-5€ pro Nacht. Essen: Bicerin 6-7€, Tramezzino und Kaffee 5-8€, Mittagessen in der Piola 15-25€, Abendessen 30-45€ mit Wein, Aperitivo mit Häppchen 10-15€. Museen: Ägyptisches Museum rund 18€, Königliche Museen 15€, Mole mit Museum 17€, Venaria 20€; die Torino+Piemonte Card (1, 2, 3 oder 5 Tage, ab rund 30€) rechnet sich schon mit drei Eintritten. Verkehr: Ticket 2€, Tageskarte wenige Euro. Wochenende zu zweit (ohne Flüge): 280-450€ in der Nebensaison, 450-700€ in der Hochsaison oder während der ATP Finals und der Buchmesse.
Währung Euro, Sprache Italienisch. Steckdosen Typ F/L, 230V. Das Leitungswasser alpinen Ursprungs ist ausgezeichnet: Auf den Straßen finden Sie die „Torèt“, die typischen grünen Brunnen mit Stierkopf. Trinkgeld ist nicht Pflicht: Das Gedeck (1,50-3€) steht bereits auf der Rechnung, Aufrunden genügt. Sicherheit: eine ruhige Stadt; achten Sie auf Taschendiebe am Markt von Porta Palazzo und rund um die Bahnhöfe am späten Abend. EU-Bürger reisen ohne Formalitäten; für andere gelten die Schengen-Regeln. SIM und EU-Roaming ohne Zusatzkosten. Viele Museen schließen montags: Prüfen Sie das vor der Planung. Die Torino+Piemonte Card enthält auch Rabatte auf touristische Verkehrsmittel. Nützliche Apps: GTT und Moovit für den Nahverkehr, die offiziellen Museums-Apps gegen die Warteschlangen. Kostenloses städtisches WLAN auf vielen Plätzen im Zentrum.
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